Thesen der Familienkatechese


  1. Familienkatechese versteht die Familie in ihrer jeweiligen konkreten Gestalt als Keimzelle der Entfaltung des Lebens und des Glaubens. Familienkatechese will das Verständnis unterstützen, dass Kommunion und Kommunikation aufeinander verwiesen, dass Leben- und Glaubenlehren ineinander verwoben sind.
  2. Sakramentenkatechese für Kinder ist ohne entsprechende Elternkatechese aus theologischen und religionspädagogischen Gründen defizitär, daher plädiert Familienkatechese für Elternkatechese und unterstützt diese.
  3. Familienkatechese geht von der konkreten Situationsanalyse aus, nimmt zentrale und unverzichtbare Deutekategorien des Glaubens auf und versucht, Veränderungen bei den Einzelnen, in Familien, in der Gemeinde und in der gesamten Gesellschaft zu fördern. Es geht dabei um solidarische Diakonie, Martyrie und Liturgie für und mit Familien.
  4. Familienkatechese versteht sich als Segment und als Ferment der Gemeindekatechese und Gemeindeentwicklung; indem sie konkrete verschiedene pastorale Handlungsfelder miteinander verknüpft, hat sie auch gemeindebildenden Charakter. Familienkatechese versteht christliche Gemeinde als Gemeinschaft von Glaubensgemeinschaften. Auch die kleinen Gemeinschaften sind als Weggemeinschaft in der Gottesbeziehung, als Volk Gottes zu verstehen.
  5. Es geht der Familienkatechese nicht um Volkskirche, sondern um "Kirche des Volkes". Die Getauften und Gefirmten sind Trägerinnen und Träger des Glaubenszeugnisses in ihrer Umgebung und auch in ihrer eigenen Familie. Die Christinnen und Christen werden in ihren Lebenssituationen und mit ihren Fähigkeiten zum Aufbau der Gemeinde ernst genommen.
  6. Es geht auf dem Kommunionweg um die gemeinsame Erschließung und Realisierung der Gottesbeziehung in Kommunikation und Communio. Zur Communio anstiften heißt Beziehungen stiften und Raum schaffen für Begegnung untereinander und mit Gott, heißt ebenso solidarisches Handeln und politsicher Einsatz zugunsten besserer Lebensbedingungen für Familien.
  7. Die Spiritualität dieses Kommunionweges basiert darauf, dass alle Getauften und Gefirmten Zeichen dafür sind, dass das Reich Gottes bereits angebrochen ist und sie Zeuginnen und Zeugen dafür sein können.

 

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